Fr

12

Aug

2011

So leicht werden wir durch selektive Wahrnehmung getäuscht

 

"Ich hab's doch mit meinen eigenen Augen gesehen!"

Das klingt ja glaubhaft. Doch Studien, die sich mit selektiver Wahrnehmung auseinandersetzen, beweisen, dass man sich nicht immer auf all das verlassen kann, was man sieht.

 

Ich werde das mit einigen Videos in diesem Artikel glaubhaft machen.

 

 

 

Das wohl berühmteste Beispiel dafür, wie sehr uns unser Gehirn oft täuscht, ist dieses Video mit basketballspielenden Leuten.

Die Aufgabe besteht darin, zu zählen, wie viele Pässe das weiße Team erreicht. Viel Erfolg!

 

Und? Überrascht?

Tatsächlich gelingt es einem großen Teil aller, die ein derartiges Video zum ersten Mal sehen, nicht, den Affen wahrzunehmen, der ja sogar ziemlich provokant durchs Bild spaziert.

 

 

Unser Gehirn filtert nämlich die Informationen, die es über die Augen bekommt, und selektiert nach bestimmten Prinzipien. Diese können z.B. stark durch Erwartungshaltungen und Vorannahmen dominiert sein. D.h. wenn wir uns auf die Anzahl der Pässe in diesem Video konzentrieren, blendet unser Gehirn unterbewusst das meiste andere aus.

Das ganze hat natürlich schon auch seinen Sinn, denn würden wir alle Informationen, die sich vor unseren Sinnesorganen befinden, wahrnehmen und auswerten, würde unser Gehirn vielleicht bald so etwas bekommen wie mein ersten Schultaschenrechner, wenn ich ihn nach der Lösung von 9999999⁹⁹ fragte - nämlich einen Overflow-Error.

Wir sind unterbewusst immer auf der Suche nach bestimmten Mustern, die unserem Denkorgan helfen, die neuen Informationen richtig einzugliedern. Tun sich Argumente auf, die unsere Erwartungshaltung stützen, werden diese schwerer gewichtet als Gegenargumente.

 

Naja. Und dann sind wir oft halt blind für gewisse Dinge. (Da fragt man sich natürlich, inwieweit man Augenzeugenberichten oft Glauben schenken kann, etc.)

 

Aber ihr werdet sehen, beim zweiten Mal Anschauen hat man bereits andere Erwartungshaltungen und lässt sich nicht mehr so leicht hinters Licht führen. Überprüft es selbst:

 

Ha!

Wer hielt sich diesmal für schlauer als die Videoproduzenten, nahm den Gorilla wahr und war hinterher umso verblüffter, schon wieder ausgetrickst worden zu sein?

Ehrlichgesagt, ich war's beim ersten Mal Sehen. ;-)

 

 

 

Da das ganze irgendwie faszinierend ist und gleichzeitig auch Spaß macht, führe ich hier noch ein paar Videos an:

 

 

 

Weitere Videos und Informationen (meine Ausführungen über selektive Wahrnehmung etc. waren ja sehr spärlich) gibts es auf theinvisiblegorilla.com.

 

 

 

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